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Analysen

Stabilität

 

Die Stabilität des kompakten Gebirges sowie darin aufgefahrener unterirdischer Hohlräume ist solange gewährleistet, wie die jeweiligen Belastungen nicht die Festigkeit des anstehenden Gesteins überschreiten. Deshalb erfordern Standsicherheitsbetrachtungen die Analyse der Wechselwirkungen von Gebirgs- und Hohlraumbeanspruchungen mit dem belastungsabhängigen Verhalten des Gesteins und seinen Festigkeiten. Mit dem Softwarepaket BOREHOLE lassen sich numerische Analysen für ungestörte und (durch Klüfte, Schichtgrenzen etc.) gestörte Gebirgsabschnitte durchführen. Dabei sind spezifische Anforderungen der Bohrtechnik sowie der Erdöl-Erdgaserkundung und -gewinnung berücksichtigt.

 

Gebirgsstabilität im primären Gebirgsspannungsbereich

Die Betrachtungen zur Gebirgsstabilität im Einflussbereich des primären Spannungszustandes betreffen im Wesentlichen zwei ökonomisch relevante Sachverhalte.

 

Fließwege

Dabei handelt es sich meist um näherungsweise 2D Versagenszustände (Versagensflächen) in speziellen Richtungen, die aus Zug- und/oder Scherbrüchen resultieren. Solche Fließwege werden oft bewusst geschaffen, um die Zuflussbedingungen zu verbessern (hydraulischer Frac). Dagegen sind derartige Brucherscheinungen im Zusammenhang mit der Gewährleistung der Dichtigkeit von Gebirgsabschnitten zu vermeiden.

 

Bruchzonen

Größere Gebirgsbereiche können durch Scherbrüche oder Kollabieren infolge allseitig hoher Gebirgsspannungen versagen. Infolge dessen kann es zum Eintrag von Festkörperbestandteilen mit der Zuströmung von Fluida in Bohrungen (Sandproduktion), zu stärkerer Abstrahlung seismischer Energie sowie zu Absenkungen kommen.

 

Gebirgsstabilität im sekundären Gebirgsspannungsbereich

Sekundäre Spannungszustände bilden sich bei der Auffahrung unterirdischer Hohlräume aus. Sie sind abhängig von deren Querschnitt und den primären Gebirgsbelastungen. Mit BOREHOLE werden dazu verschiedene bohrlochrelevante Aufgabenstellungen analysiert.

 

Unverrohrte Bohrungen und Perforationen

Die Standsicherheit unverrohrter Bohrungen wird neben den Gebirgsbeanspruchungen sowie dem Deformationsverhalten und der Festigkeit der anstehenden Gesteine durch unterschiedliche technische Parameter beeinflusst.

 

Dazu zählen unter anderem der Bohrpfad (Bohrlochneigung und -azimut), der Spülungsdruck, die Infiltrationsrate ins Gebirges sowie Temperaturgradienten zwischen Gebirge und Spülung. Diese lassen sich durch geeignete Analysen ihrer Auswirkungen auf die Bohrlochstandsicherheit verifizieren und erlaubt damit die Optimierung von geplanten Aktivitäten.

Die Perforationen sind analog den Stabilitätseinschätzungen von unverrohrten Bohrungen zu analysieren. Dabei ist aber zu beachten, dass in der Nähe verrohrter oder unverrohrter Bohrungen die dadurch initiierten sekundären Spannungszustände als relevante Gebirgsbelastungen bezüglich den Perforationen auftreten.

 

Verrohrte Bohrungen

Im Unterschied zu den unverrohrten Bohrungen werden durch den Bohrlochausbau mögliche radiale und tangentiale Deformationen der Bohrlochwand bei Belastungsänderungen zumindest teilweise unterdrückt. Daraus resultieren modifizierte Sekundärspannungszustände und damit geänderte Standsicherheitssituationen im bohrlochnahen Bereich.

 

Bei Versagenszuständen im sekundären Spannungsbereich können ebenfalls Festkörperbestandteile abgelöst und mit zuströmenden Fluida zum Bohrloch transportiert werden.

 

Für weitere Informationen zur Bohrlochstandsicherheit siehe die Veröffentlichungen:
Braun, R.: Optimizing mud pressure for horizontal wells. OIL GAS European Magazine, Vol 21, No.4, pp 26-28, 1995
Braun, R.: Spülungsdruckoptimierung für Horizontalbohrungen. Erdöl Erdgas Kohle, Vol 111, No.10, S. 406-408, 1995
Braun, R.: Analysis of stability and sand production in deviated wells. OIL GAS European Magazine,
Vol 23, No.2, pp 8-9, 1997
Braun, R.: Analyse der Standsicherheit und Sandproduktion in abgelenkten Bohrungen. Erdöl Erdgas Kohle,
Vol 113, No.4, S. 176, 1997
Braun, R.: A Commonly Neglected Factor in Rock Mass and Borehole Stability. OIL GAS European Magazine, 2/2007, pp. OG79 - OG82

   
 

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