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Spannungen
Eine große Anzahl felsmechanischer Aufgabenstellungen (Standsicherheitsbewertung
unterirdischer Hohlräume, Beurteilungen von Gebirgsdeformationen,
Planung von hydraulischen Fracs etc.) erfordert die Kenntnis des primären
3D Gebirgsspannungszustandes
Für die direkte Ermittlung der in situ Gebirgsspannungen stehen aber nur
sehr begrenzte Messmöglichkeiten zur Verfügung. Meist lassen sich damit
nur einzelne Komponenten der komplexen Belastungen ermitteln. Deshalb
wurde zur Bestimmung aller erforderlichen 3D Gebirgsbelastungen das spezielle
Analysepaket RACOS®
entwickelt.
Das ermöglicht zudem die Abschätzung zukünftig zu erwartender Spannungsänderungen
infolge von Porendruckvariationen.
Bei allen Aufgabenstellungen ist es zwingend erforderlich, den Porendruck
bzw. seine Änderungen zu berücksichtigen und so zwischen den
effektiven und den totalen Spannungskomponenten zu unterscheiden.
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Totale Spannungen
Sie beschreiben die äußeren Belastungen
eines Gesteinselements. Das bekannteste Beispiel ist die totale
Vertikalspannung als Ausdruck der Auflast des Deckgebirges. Diese
lässt sich aus der Teufe und der mittleren Dichte der überlagernden
Gesteinsschichten direkt ermitteln.
Eine weitere (in situ direkt messbare) Größe ist der
Ruhedruck beim hydraulischen Frac. Dieser entspricht der minimalen
totalen Gebirgsspannungskomponente.
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Porendrücke
Diese beschreiben die Drücke
der in den meisten Gesteinen enthaltenen Fluida. Wegen des realen
Gesteinsaufbaues wirkt der Porendruck mechanisch nicht vollständig
und in der Regel auch nicht gleichmäßig in allen Richtungen.
Diese Reduktion seiner mechanischen Wirkungen wird durch die richtungsbezogenen
Faktoren der Porendruckwirksamkeit beschrieben.
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Effektive Spannungen
Diese beschreiben stets die relevanten
Belastungen für die Bewertung von Deformationen und Stabilitäten.
Sie sind definiert als (jeweils richtungsbezogene) Differenz der
totalen Spannung und des wirksamen Porendruckes.
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Änderungen der Gebirgsspannungen
Die Änderungen der Gebirgsspannungen
können infolge von Porendruckvariationen auftreten. Diese sind
unabhängig von den lokalen Sekundärspannungen die sich
um unterirdische Hohlräume ausbilden. Die Kenntnis der in situ
Spannungsänderungen ist wesentlich für die Vorabeinschätzung
von Gebirgsdeformationen und der damit verbundenen Modifikation
der Porositäten und Permeabilitäten.
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Für weitere Informationen zu den Gebirgsspannungen siehe:
Braun, R.: Predicting Production Induced Changes in Reservoirs. OIL GAS European Magazine, 3/2006, pp. OG124
- OG129
Braun, R.: A Commonly Neglected Factor in Rock Mass and Borehole Stability.
OIL GAS European Magazine, 2/2007, pp. OG79 - OG82
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